Cluster-Artikel · 3 Min. Lesezeit

Dauerfristverlängerung Umsatzsteuer – Liquiditätshebel für Selbständige

Die Dauerfristverlängerung verschiebt die Frist für die USt-Voranmeldung und Zahlung um 30 Tage nach hinten. Statt bis zum 10. des Folgemonats haben Sie bis zum 10. des übernächsten Monats Zeit.

Von Mario Reinwarth · Teil des Steuerschulden-Leitfadens

Was eine Dauerfristverlängerung ist

Die Dauerfristverlängerung verschiebt die Frist für die USt-Voranmeldung und Zahlung um 30 Tage nach hinten. Statt bis zum 10. des Folgemonats haben Sie bis zum 10. des übernächsten Monats Zeit.

Das klingt nach wenig. In der Praxis ist es einer der einfachsten und effektivsten Liquiditätshebel überhaupt für Selbständige.

Wer sie braucht – und wer nicht

Sinnvoll für: Selbständige mit unregelmäßigen Zahlungseingängen, B2B-Dienstleister mit langen Zahlungszielen ihrer Kunden, alle, die regelmäßig knapp den Voranmeldungstermin verfehlen.

Weniger relevant für: Reine Bargeschäfte mit täglichem Zahlungseingang, Quartals-Anmelder mit kleiner Umsatzbasis.

Was die Dauerfristverlängerung kostet

Bei monatlichen Voranmeldungen ist eine Sondervorauszahlung zu leisten – das ist ein Elftel der Vorjahres-Vorauszahlungen. Diese Sondervorauszahlung wird in der Jahresumsatzsteuer angerechnet, ist also kein verlorenes Geld, sondern ein Vorab-Pool.

Bei quartalsweisen Voranmeldungen entfällt diese Sondervorauszahlung.

Wie Sie sie beantragen

Über ELSTER mit dem Formular "Antrag auf Dauerfristverlängerung". Der Antrag muss bis zum 10. April für das laufende Kalenderjahr gestellt werden, dann gilt er rückwirkend ab Januar. Wer später beantragt, bekommt die Verlängerung erst ab dem nächsten Voranmeldungszeitraum.

Die Genehmigung erfolgt in der Regel ohne weitere Prüfung. Es handelt sich nicht um einen Ermessensantrag, sondern um ein Recht.

Was Sie tun, wenn der Termin verpasst wurde

Wer den 10. April verpasst hat, muss bis zum 10. des nächsten Monats abwarten – dann gilt die Dauerfristverlängerung ab dem darauf folgenden Voranmeldungszeitraum. In der Zwischenzeit bleibt die alte Frist (10. des Folgemonats).

Für einzelne Voranmeldungen können Sie aber auch separat eine Fristverlängerung beantragen – das ist ein anderer Antrag und nicht so unbürokratisch wie die Dauerfristverlängerung.

Ein praktisches Beispiel

Sie verkaufen B2B-Dienstleistungen mit Zahlungszielen von 14 bis 30 Tagen. Eine Rechnung vom 25. Januar wird also frühestens Mitte Februar bezahlt.

Ohne Dauerfristverlängerung müssten Sie die Umsatzsteuer für Januar bereits am 10. Februar voranmelden und abführen. Mit Dauerfristverlängerung haben Sie bis zum 10. März Zeit – also bis Sie das Geld der Kunden tatsächlich erhalten haben.

Das ist der Unterschied zwischen permanenter Liquiditätsenge und ruhigem Arbeiten.

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Mario Reinwarth – Gründer von SchuldenPilot

Über den Autor

Wer steckt hinter SchuldenPilot?

Ich bin Mario Reinwarth, Gründer von SchuldenPilot. In über 12 Jahren als Unternehmer war ich selbst mehrfach in finanziellen Krisensituationen – Finanzamt, Krankenkasse, Inkasso, Kontopfändung. Heute begleite ich Selbständige mit den Werkzeugen, Briefen und Strategien, die ich mir damals selbst gewünscht hätte.

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