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Steuerberater wechseln mit offenen Themen – So gelingt es

Steuerberater zu wechseln ist eine größere Operation als der Wechsel des Mobilfunkanbieters. Es kostet Zeit, Aufwand und in der Übergangsphase oft auch Geld. Sinnvoll ist der Wechsel deshalb nur, wenn ernsthafte struktur

Von Mario Reinwarth · Teil des Steuerschulden-Leitfadens

Wann ein Wechsel wirklich sinnvoll ist

Steuerberater zu wechseln ist eine größere Operation als der Wechsel des Mobilfunkanbieters. Es kostet Zeit, Aufwand und in der Übergangsphase oft auch Geld. Sinnvoll ist der Wechsel deshalb nur, wenn ernsthafte strukturelle Probleme bestehen:

Keine ausreichende Kommunikation oder Reaktionszeit. Fehlerhafte Abgaben, die zu Konsequenzen geführt haben. Unklare oder überhöhte Honorierung ohne Transparenz. Inhaltliche Inkompetenz in für Sie wichtigen Themenbereichen. Schlechtes Klima nach Auseinandersetzungen.

Bei rein zwischenmenschlichen Unstimmigkeiten lohnt sich oft ein offenes Gespräch vor dem Wechsel.

Was Sie vor dem Wechsel klären

Welche Unterlagen brauchen Sie für die Übergabe? Welche aktuellen Vorgänge laufen? Welche Honorarforderungen sind offen?

Besonders die letzte Frage ist entscheidend. Wenn beim alten Berater noch offene Rechnungen liegen, kann er die Übergabe der Unterlagen verzögern – und das kann erhebliche praktische Folgen haben (Verspätung weiterer Steuererklärungen, Verspätungszuschläge, etc.).

Den neuen Steuerberater suchen

Empfehlungen aus Ihrem Netzwerk sind in der Regel besser als Online-Verzeichnisse. Wer einen Selbständigen-Steuerberater empfiehlt, hat in der Regel selbst Erfahrungen gemacht.

Achten Sie auf Spezialisierung. Ein Berater, der vor allem Lohnsteuer macht, ist nicht der richtige für komplexe Selbständigen-Konstellationen. Ein Berater, der vor allem GmbH-Mandate hat, kennt sich mit kleinen Einzelunternehmen oft weniger gut aus.

Beim Erstgespräch: Stellen Sie konkrete Fragen zu Ihrer Situation. Wie würde der Berater mit den anstehenden Themen umgehen? Welche Honorierung erwarten Sie? Wie ist die Kommunikation organisiert?

Die Kündigung beim alten Berater

Die Kündigung ist formlos möglich. Aus Beweisgründen empfiehlt sich die schriftliche Form, am besten als Einwurf-Einschreiben.

Wichtig: Setzen Sie eine Frist für die Übergabe der Unterlagen. 14 Tage sind üblich. Innerhalb dieser Frist sollten alle relevanten Unterlagen an den neuen Berater übergeben werden.

Wenn der alte Berater Unterlagen zurückhält

Hier wird es heikel. Steuerberater dürfen keine Unterlagen zurückhalten, die Sie dringend für laufende Steuererklärungen benötigen. Ein berechtigtes Zurückbehaltungsrecht besteht in der Regel nur für eigene Arbeitsergebnisse des Beraters bei offenen Honorarforderungen.

Wenn der alte Berater Originalunterlagen verweigert, schalten Sie die Steuerberaterkammer ein. Die Kammer vermittelt kostenlos zwischen Mandant und Berater und kann den Berater zur Herausgabe veranlassen.

In meiner eigenen Praxis hat ein Vermittlungsverfahren wenige Wochen gedauert – nach sechs Monaten erfolgloser direkter Kommunikation. Das war Gold wert.

Übergang mit offenen Themen

Wenn beim Wechsel laufende Vorgänge offen sind (z. B. eine Stundung, ein Einspruch, eine Vollstreckungssache), informieren Sie beide Berater schriftlich:

Den alten Berater über die Beendigung des Mandats für diese Themen. Den neuen Berater über den aktuellen Stand und die nächsten Schritte.

Wichtig: Pauschalisierende Erklärungen reichen nicht. Konkrete Aktenzeichen, Fristen und Ansprechpartner müssen weitergegeben werden.

Was ein neuer Steuerberater kostet

Erstgespräch: oft kostenfrei oder zwischen 50 und 200 Euro.

Übernahme bestehender Mandate: kann mit Aufwand verbunden sein, je nach Komplexität. Eine pauschale Übernahmegebühr ist üblich.

Laufende Beratung: nach Steuerberatergebührenverordnung oder als vereinbarte Pauschale. Sprechen Sie die Konditionen vor Mandatsbeginn klar durch.

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Mario Reinwarth – Gründer von SchuldenPilot

Über den Autor

Wer steckt hinter SchuldenPilot?

Ich bin Mario Reinwarth, Gründer von SchuldenPilot. In über 12 Jahren als Unternehmer war ich selbst mehrfach in finanziellen Krisensituationen – Finanzamt, Krankenkasse, Inkasso, Kontopfändung. Heute begleite ich Selbständige mit den Werkzeugen, Briefen und Strategien, die ich mir damals selbst gewünscht hätte.

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