Inkasso

Einziehung fremder Forderungen durch einen darauf spezialisierten Dienstleister.

Von der Schulden-Pilot.de Redaktion

Zuletzt geprüft: 5. September 2026

Kurz erklärt

Ein Inkassounternehmen zieht Forderungen für seinen Auftraggeber ein, entweder im Auftrag oder nach Ankauf der Forderung. Für Selbständige ist wichtig: Ein Inkassoschreiben ist kein Titel und begründet keine Zwangsvollstreckung, sondern ist zunächst eine Zahlungsaufforderung.

Inkassodienstleister sind registrierte Unternehmen nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG). Sie dürfen Forderungen einziehen und außergerichtlich vertreten, aber weder Gerichtsentscheidungen ersetzen noch selbst pfänden. Vollstreckt wird erst nach einem Titel, etwa einem Vollstreckungsbescheid.

Prüfen Sie jedes Schreiben in drei Schritten: Existiert die Hauptforderung tatsächlich, ist sie nicht verjährt, und sind die geltend gemachten Nebenkosten nachvollziehbar? Gerade bei Zinsen und Gebühren lohnt der genaue Blick auf die Aufstellung.

Reagieren Sie auch dann, wenn Sie nicht sofort zahlen können. Ein sachliches Schreiben mit Ratenangebot oder Vergleichsvorschlag verhindert in vielen Fällen das gerichtliche Mahnverfahren und damit weitere Kosten.

Wenn Sie die Forderung bestreiten, tun Sie das schriftlich, konkret und fristgerecht. Ein pauschaler Widerspruch ohne Begründung bringt selten etwas, ein begründeter Widerspruch mit Belegen dagegen häufig.

Häufige Fragen zu Inkasso

Muss ich Inkassokosten zahlen?

Erstattungsfähig sind nur Kosten, die zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung notwendig und der Höhe nach angemessen sind, und nur wenn Sie sich tatsächlich in Verzug befinden. Fordern Sie eine nachvollziehbare Aufstellung an. Bei bestrittener Hauptforderung oder fehlendem Verzug lohnt es sich, den Kostenanteil ausdrücklich zurückzuweisen und dies zu begründen.

Darf ein Inkassobüro mein Konto pfänden?

Nein, nicht aus eigener Kraft. Pfändungen setzen einen Vollstreckungstitel und die Beauftragung eines Gerichtsvollziehers oder einen gerichtlichen Beschluss voraus. Ein Inkassoschreiben allein hat diese Wirkung nicht, auch wenn die Formulierungen anderes nahelegen. Sobald ein Mahnbescheid zugestellt wird, sollten Sie die Fristen allerdings sehr genau beachten.

Wie reagiere ich auf ein Inkassoschreiben richtig?

Schriftlich, sachlich und innerhalb der genannten Frist. Bestätigen Sie den Eingang, benennen Sie das Aktenzeichen und machen Sie entweder ein konkretes Zahlungsangebot oder widersprechen Sie begründet. Telefonate sollten Sie anschließend kurz per E-Mail zusammenfassen. So entsteht ein Verlauf, auf den Sie sich im Streitfall berufen können.

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Verwandte Begriffe

Rechtsgrundlagen und Quellen

  • RDG Rechtsdienstleistungsgesetz (Befugnisse von Inkassodienstleistern)
  • § 779 BGB Vergleich

Die Links führen zu den amtlichen Gesetzestexten. Sie ersetzen keine Prüfung Ihres Einzelfalls.

Über die Redaktion

Wer steckt hinter Schulden-Pilot.de?

Hinter Schulden-Pilot.de steht ein kleines Team aus der unternehmerischen Praxis mit über zwölf Jahren Erfahrung im Insolvenz- und Forderungsbereich. Wir begleiten Selbständige mit den Werkzeugen, Briefen und Strategien, die in genau diesen Situationen wirklich helfen.

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